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Lichtveränderungen. Beat Furrers „sinfonia concertante“

Beat Furrer
sinfonia concertante für Orchester (2026)

Uraufführung: 7.11.2026, Basel (Stadtcasino)
Kammerorchester Basel, Leitung: Pierre Bleuse 

Besetzung: 2(picc,bsfl),2,2(bcl),2(cbn) – 2,2,2,0 – perc(2) – pno – str(6,6,4,4,2)

Aufführungsdauer: ca. 20 Minuten

Verlag: Bärenreiter-Verlag, BA11765-72, Aufführungsmaterial leihweise

Mit seiner „sinfonia concertante“ führt Beat Furrer einen zentralen Gedanken seines Klarinettenquintetts „intorno al bianco“ weiter und eröffnet ihn im Klangraum des Orchesters neu. Am 7. November 2026 findet die Uraufführung in Basel statt.

In seinem 2016 uraufgeführten Klarinettenquintett „intorno al bianco“ ließ sich Beat Furrer vom Licht inspirieren, von plötzlichen Lichtveränderungen und erkundete die zeitliche Verdichtung und Dissoziation der Klänge. Zehn Jahre später knüpft Furrer daran an und findet in seiner für das Kammerorchester Basel komponierten „sinfonia concertante“ einen ganz neuen Zugang. Im Klarinettenquintett „intorno al bianco“ ist die Klarinette zunächst in den Klang der Streicher eingebettet, befreit sich dann aber sukzessive und wird dem Klang des Streichquartettes gegenübergestellt. In der „sinfonia concertante“ bleibt das grundlegende Spannungsverhältnis zwischen einem gemeinsamen Klangraum und der Herausbildung individueller Gestalten erhalten, wird jedoch vielschichtiger erfahrbar, wobei durch die Möglichkeiten des Orchesters eine neue Dimension erschlossen wird.

Dem harmonischen Konzept des Werkes liegt die Vorstellung einer imaginären Grundtonsequenz und sich in Gruppen verschiebenden Obertonkonstellationen zugrunde. In langsamen und kontinuierlichen Veränderungen wird der harmonische Raum durch kaum wahrnehmbare, kleinste Glissandi in den Streichern durchschritten. Subtile Übergänge werden geschaffen, die an allmähliche Lichtveränderungen erinnern. Immer wieder entspringen diesem harmonischen Raum expressive Gestalten in Form eines Vibratos, Crescendos/Diminuendos oder der Bogenführung sul ponticello in den Streichern. Sie lösen sich aus dem Hintergrund, treten in einen Dialog und nach einer Beschleunigung der harmonischen Bewegung mutieren sie sukzessive zu einer Gegenüberstellung kontrastierender Figuren im Orchester-Tutti. Gegen Ende öffnet sich schließlich ein radikal verwandelter Klangraum. Konturen verschwinden und es erscheinen flüchtig flüsternde Gestalten.

„Die Form von ,intorno al bianco‘ scheint mir modellhaft“, so Beat Furrer über die Orchesterfassung. „Das Umkreisen eines Zentrums – es entstehen konkrete Gestalten: dialogische Gesten, oder melodische Gestalten. Diese können mit den Mitteln des Orchesters noch farbenreicher zur Darstellung gebracht werden. Dabei wird auch die Räumlichkeit des Klanges und deren Veränderung noch deutlicher erfahrbar. Diese Version bewirkt also noch einen weiteren Schritt in dieselbe Richtung.“

Tessa Singer
(aus [t]akte 2/2026)

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