Logo: takte
Das Bärenreiter Magazin
  • Portrait
  • Musiktheater
  • Orchester
  • Zeitg. Musik
  • Gesamtausgaben
  • Publikationen
  • Termine
  • Kontakt

English switch to english

Neue sinfonische Werke. Orchesterbearbeitungen von zwei Janáček-Werken

Leoš Janáček
Osud/Schicksal. Suite aus der Oper (1904/2017). Bearbeitet von Tomáš Ille
Orchester: 2 (Picc), 2 (Eh), 2,2 – 4,2,3,1 – Pk, 2 Schlg  – Hfe – Str
Dauer: 20 Min.
Verlag: Bärenreiter Praha. OM 204. Partitur und Aufführungsmaterial leihweise

Leoš Janáček
Sonate für Klavier 1. X. 1905. Bearbeitung für Orchester von Vojtěch Spurný
Besetzung: 2,2(Eh),2,2 – 4,3,3,1 – Pk, Schlg – Hfe – Str
Dauer: 12 Minuten
Verlag: Bärenreiter Praha. OM 203. Partitur und Aufführungsmaterial leihweise

Foto: Leoš Janáček im Garten seines Hauses in Hukvaldy, 1926

Da das Repertoire von Janáčeks symphonischen Kompositionen nicht umfangreich ist, stellen zwei neue Bearbeitungen von Janáčeks Werken eine begrüßenswerte Bereicherung dieses Repertoires dar.

Symphonische Suite aus der Oper Osud (Schicksal)

Die primäre Absicht dieser Bearbeitung auf der Basis der neuen kritischen Edition von Jiří Zahrádka war es, auch außerhalb der Opernhäuser auf die Qualität dieser Musik aufmerksam zu machen und sie bei Orchesterkonzerten einem breiten Publikum vorzustellen. Als ich die Orchestersuite konzipierte, habe ich mich jedoch nicht nur auf eine bloße Übernahme der bekanntesten Opernpassagen konzentriert. Ich versuchte, musikalisch hochinteressante und faszinierende Stellen zu verwenden, die jedoch oft auch der Aufmerksamkeit eines Opernbesuchers entgehen, der durch andere Elemente des dramatischen Werkes abgelenkt wird.

Die Auswahl der einzelnen Teile der Oper war keine leichte Aufgabe. Unabhängig davon, welche Ansichten zur Frage der Qualität des Librettos herrschen, ist die Musik von Osud mit typischer Janáček-Melodik „gespickt“. Am schwersten war paradoxerweise nicht die Frage, welche Teile in die Suite einfließen sollten, sondern auf welche verzichtet werden musste. 

Die Suite folgt nicht der Handlungsabfolge der Oper; ihre Teile sind so angeordnet, dass die musikalische Tektonik des Werkes einer einsätzigen freien Phantasieform entspricht.

Tomáš Ille

Die Klaviersonate 1. X. 1905 für Orchester

Janáček schrieb seine Sonate für Klavier 1. X. 1905 in Erinnerung an den zwanzigjährigen Arbeiter František Pavlík, der am 1. Oktober 1905 bei der Demonstration für eine tschechische Universität in Brno getötet wurde. Janáček schrieb unter dem Eindruck dieser Ereignisse eine dreisätzige Klaviersonate, mit der er jedoch nicht zufrieden war, weshalb er den letzten Satz vernichtete. Auch wenn in den zwei erhaltenen Sätzen („Ahnung“ und „Tod“) eigenwillige Klaviereffekte nicht fehlen, wirkt die Komposition nicht wie für Klavier geschaffen, sondern eher wie ein Klavierauszug oder eine Skizze sinfonischer Musik. Dabei handelt es sich um eine sehr originelle und in ihrem Ausdruck mitreißende Musik, die geradezu nach einer Instrumentierung schreit. Der Erste, der dies versuchte, war der Dirigent Břetislav Bakala, ein Schüler Janáčeks, der „Tod“ für großes Sinfonieorchester instrumentierte, wobei er den heutigen Maßstäben nach recht frei vorging. Das Ergebnis klingt sehr romantisch. Neben vielen anderen Veränderungen transponierte er die gesamte Komposition aus Gründen einer besseren Spielbarkeit nach es-Moll, wodurch er ihre Wirkung deutlich abschwächte – gerade bei Janáček spielt die Wahl der Tonart eine wesentliche Rolle, und es-Moll ist für ihn so bezeichnend.

Meine Orchestrierung von „Ahnung“ entstand ursprünglich als Ergänzung zu Bakalas Instrumentierung von „Tod“ und ist auch auf der Profil-CD der Bohuslav-Martinů-Philharmonie Zlín aufgenommen. Im Interesse einer Einheit des Stils habe ich schließlich auch noch den zweiten Satz instrumentiert. Ich ging von der Besetzung eines Janáček-Orchesters in Opern- und Symphoniepartituren aus und habe versucht, die Besonderheiten und die typischen Züge seines Stils (enge Lage der Posaunen, Einsatz einer Harfe, Führung der Instrumentengruppen in der Art von Orgelregistern u. ä.) beizubehalten.

Vojtěch Spurný
(aus [t]akte 2/2017)

zurück

English switch to english

Orchester

„Ein Meisterwerk, aber kein Ballett“. Maurice Ravels „La Valse“ neu ediert
Beethoven bei Bärenreiter. Erfolgsgeschichte seit dreißig Jahren
Kaum bekannte Händel-Anthems
Eindringlich und verdichtet. Zur Neuedition von Franz Schuberts Messe in G
Neue Tiefe und Lebendigkeit. Orchestrierung von Dvořáks „Zigeunermelodien“
Große Meister für junges Publikum. Bühnenwerke für Kinder und Jugendliche
Fundamentale menschliche Erfahrungen. „Earth“ von Andrea Lorenzo Scartazzini
Von den Träumen der Kindheit. Ľubica Čekovskás „Toy Procession“ für Houston
Camille Saint-Saëns’ „Grande symphonie triomphale“
Glucks Ballettmusik zu „L’Île de Merlin“
Bruckner-Raritäten. Weitere Bände in der Gesamtausgabe
„Ich fürchte kein Unheil …“. Zwei Orchesterwerke von Josef Suk
Ein Doppelkonzert von Camille Saint-Saëns!? Zur Neuausgabe seines Septetts
Transformationen des Klavierklangs. Beat Furrers Klavierkonzert Nr. 2
No templates! Dieter Ammanns Violakonzert für Nils Mönkemeyer
ImpressumDatenschutz