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Geiz fressen Herz auf. Hauffs Märchen „Das kalte Herz“ als Musiktheater für Kinder

Photo: Szenenfoto von der Uraufführung im Oktober 2011

Das kalte Herz
Musikalisches Märchen nach Wilhelm Hauff für Menschen von sechs bis hundert Jahren von Eberhard Streul, Musik: Frank Steuerwald
Uraufführung: 1.10.2011 Theater Worms (Koproduktion von Musikbühne Mannheim und Theater Worms), Musikalische Leitung: Frank Steuerwald, Regie: Eberhard Streul
Besetzung: Peter Munk (Tenor), Lisbeth (Sopran), Glasmännchen (Sopran), Holländer Michel (Bariton), Ezechiel (Bariton), Tanzprinz (Sopran/Tenor)
Instrumente: Flöte, Kontrabass, Klavier; kleine Fassung: Keyboard
Vertrieb: Bärenreiter · Alkor

Eberhard Streul hat das Märchen Das kalte Herz von Wilhelm Hauff zu einem spannenden Bühnenstück geformt, das mit seinen fantastischen Figuren, dem Glasmännchen und dem Holländer Michel, und dem dichten dunklen Tannenwald ein wundersames Panorama für ein musikalisches Märchen und großartige Möglichkeiten für den Komponisten Frank Steuerwald bietet.

Das Thema des Märchens, dass Gier nach Geld die Menschlichkeit sterben lässt, ist in unserer Wirklichkeit von besonderer Aktualität.


Die Geschichte

Der Köhlerjunge Peter Munk denkt über sein Leben nach und ist damit unzufrieden. Sein Beruf ist schwer und bringt ihm nichts ein. Er sehnt sich danach, reich zu sein. Außerdem möchte er so gut tanzen können wie der Tanzprinz. Dann hätte er bei Lisbeth mehr Chancen. Da fällt ihm eine alte Sage wieder ein. Das Glasmännchen, so heißt es, kann Sonntagskindern drei Wünsche erfüllen.

Peter macht sich auf in den Wald, dorthin, wo die dichten hohen Tannen stehen. Die Leute sagen, dass es dort spukt. Er ruft das Glasmännchen. Das Glasmännchen erscheint, und Peter hat tatsächlich drei Wünsche frei. Aufgeregt wünscht er sich so viel Geld wie der dicke Ezechiel zum Spiel und dass er besser tanzen kann als der Tanzprinz. Weil das Glasmännchen die Wünsche Peters als töricht empfindet, hält es den dritten Wunsch zurück. Peter tanzt nun wirklich besser als der Tanzprinz und geht jetzt jeden Tag ins Wirtshaus. Dort verspielt er sein Geld.

Ohne Geld und verzweifelt geht Peter einen Pakt mit dem Holländer Michel ein. Der Holländer tauscht Peters Herz gegen ein Herz aus Stein. Dafür erhält er Geld. Peter heiratet Lisbeth und fängt einen Handel mit Geld an, der ihn reich und immer reicher macht. Lisbeth aber leidet an Peters Kälte und an seinem Geiz.

Als Peter dazukommt, wie Lisbeth einem Bettler heimlich etwas zu essen gibt, schlägt er sie. Der Bettler gibt sich nun als der Glasmann zu erkennen und fordert Peter auf, seinen Pakt mit dem Holländer zu überdenken.
Peter, den sein gegenwärtiges Leben langweilt, erinnert sich nun an die Zeit, als er noch fühlen und sich freuen konnte. Er will nun sein eigenes Herz wiederhaben. Mit einer List täuscht er den Holländer und erhält sein Herz zurück. Lisbeth ist bereit, mit Peter von vorn anzufangen.


Die Musik

Die Musik von Frank Steuerwald verarbeitet Einflüsse der Rock- und Popmusik, bedient sich aber auch klassischer Formen. Dabei steht seine Musik immer im Dienste des dramatischen Geschehens, verdeutlicht und verdichtet die Situationen und charakterisiert die handelnden Personen durch prägnante musikalische Motive. Die Musiknummern wechseln mit gesprochenen Dialogen ab.    

ES
(aus [t]akte 1/2012)

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