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Mitteilsam und verständlich. Ondřej Kukal und sein „Clarinettino”

Ondřej Kukal – Werke bei Editio Bärenreiter Praha

Concertino für Klarinette und Streicher „Clarinettino” op. 11 (1990) – Solo-Klarinette – Str / 12'

Danse symphonique für großes Orchester op. 10 (1989)  – 2 Picc, 2 Eh, 2 Klar, Kfag – 4,3,3,1 – Pk, Xyl, Schlg – Klav – Str / 12’

Das Lied eines wahnsinnig gewordenen Soldaten op. 19 für Bariton und Orchester – Solobariton – 2,2,2,2 – 2,2,0,0 – Pk, Schlg – Hfe – Str / 21'

Kammersymphonie op. 16 (1999) – Str / 20'

Konzert für Fagott und Streichorchester „Fagottissimo“” op. 14 (1998) – Solo-Fagott – Str / 22'

Konzert für Violine und Orchester op. 7 (1985) Solo-Violine – 2,2,2,2 – 2,0,0,0 – Pk – Str / 20'

Symphonie Nr. 1 „Mit dem Glockenspiel” op. 15 (1999)        2,2,2,2 – 3,3,2,0 – Pk, Schlg – Str / 25'

Verlag: Editio Bärenreiter Praha, Vertrieb D, A, CH: Alkor-Edition
Weitere Information: www.sheetmusic.com

Photo: Jana Lahodná mit dem Prager Kammerorchester beim Wettbewerb „Prager Frühling” 2008

Hand in Hand mit dem Festival „Prager Frühling” findet bereits seit 60 Jahren zeitgleich der Internationale Musikwettbewerb „Prager Frühling” statt. Seit 1994 ist es Tradition, dass das Festival für jede Wettbewerbskategorie eine Komposition bedeutender tschechischer Autoren (z. B. Petr Eben, Karel Husa, Viktor Kalabis, Jan Klusák, Ivana Loudová, Otmar Mácha, Jaroslav Pelikán …) bestellt und somit die zeitgenössische Musik unterstützt. Partner dieses Wettbewerbes ist bereits seit einigen Jahren Editio Bärenreiter Praha, die die Wettbewerbspflichtstücke in ihrer Editionsreihe „Prager Frühling” herausgibt. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Solokompositionen und Kammermusikstücke; in diesem Jahr aber wurde  in der Kategorie Klarinette als Wahlstück die Komposition Clarinettino op. 11 (1990) von Ondřej Kukal ausgewählt.

Ondrej Kukal: Clarinettino. Concertino für Klarinette und Streicher op. 11

Der Komponist, Dirigent und Geiger Ondrej Kukal (* 1964) zählt zu den herausragendsten Künstlerpersönlichkeiten der mittleren Generation in Tschechien. Er absolvierte das Prager Konservatorium und die Akademie der musischen Künste in Prag. Im Fach Violine ist er Schüler von Josef Vlach, Komposition studierte er bei Jindřich Feld, Dirigieren bei Vladimír Válek.

Kukals Clarinettino erklang 1994 zum ersten Mal beim Festival „Junges Podium” in Karlsbad und wurde zu einem beliebten Repertoirestück. Es handelt sich um eine spielerisch virtuose zwölfminütige Kette, fließend als Ganzes ohne Unterteilungen, welche nur durch Tempokontraste schnellerer und freierer Teile geschaffen werden. Durch die gesamte Komposition ziehen sich ein charakteristischer synkopischer Rhythmus und die mehrmalige Wiederkehr des figurativen Grundthemas in unterschiedlichen Variationen. In den langsameren Teilen setzt sich neben dem Soloinstrument auch die Violine ausdrucksvoll durch, und beide Instrumente überbieten sich in Kantilenenvorträgen. Der Klarinettenpart erfordert einen technisch sehr versierten Spieler, der Komponist bewahrt aber völlig die traditionelle Instrumentaltechnik ohne Experimente. Die Komposition lässt sich auch in kammermusikalischer Fassung mit Begleitung von Streichquartett und Kontrabass interpretieren (CD-Aufnahme: Ludmila Peterková, Neues Vlach Quartett, MusicVars 1995).

EBP


Mit der Komposition von Ondřej Kukal kam ich vor etwa einem Jahr in Berührung, als ich sie in einer Aufnahme in der Interpretation von Ludmila Peterková hörte, der die Komposition gewidmet ist. Das Clarinettino faszinierte mich durch seine fast jazzartigen Elemente. Das Stück ist sehr originell mit vielen tonmalerischen Teilen. Für den Zuhörer ist es mitteilsam und verständlich, für den Interpreten allerdings ziemlich anstrengend. Der Autor gesteht selbst, dass er als Geiger dem „Bläserinterpreten” keine Atem- und Entspannungsmöglichkeiten gewährt. Technisch gesehen beinhaltet es keine besonders großen Tücken, beim Einüben des Auswendigspiels aber zeigten sich viele unauffällige Variationen der ursprünglichen Themen als recht schwer.

Jana Lahodná
Trägerin des 3. Preises in der Kategorie Klarinette

aus: takte 2/2008

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