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Uraufführung in Prag: Miroslav Srnkas „No Night No Land No Sky“

Miroslav Srnka
No Night No Land No Sky für Kammerorchester
Uraufführung: 18.5.2014 Köln (Philharmonie), Deutsche Kammerphilharmonie, Leitung: Aziz Shokhakimov
Besetzung: 2,2,2,2 – 2,2,0,0 – Pk – Str
Verlag: Bärenreiter, Aufführungsmaterial leihweise

Foto oben: FloKu www.photocase.com – Porträt Srnka: Kl. Bermannová

In der Kölner Philharmonie wird im Mai Miroslav Srnkas neue Komposition für Kammerorchester uraufgeführt. Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen spielt unter Leitung von Aziz Shokhakimov.

Eine scheinbar unendliche, in sich permutierende Klanglandschaft entwickelt Miroslav Srnka in No Night No Land No Sky für Kammerorchester. Das ganz klassisch, in den Bläsern doppelt besetzte Orchester mit Pauken wird zum Ort einer Entwicklung, die sich immer wieder von feinen, fokussierten Momenten ausgehend zu dichten, ausladenden Klangfeldern ausweitet und dann wieder in die Reduktion zurückführt – als würde man in eine unendliche Eislandschaft blicken, als würde man versuchen, darin einzelne Konturen zu fokussieren, um sich dann wieder in der Weite zu verlieren, ohne ausmachen zu können, ob es sich um stöbernde Schneemassen, solide Eisflächen oder einfach nur vernebelten Himmel handelt.

Zugrunde liegt diesem machtvollen Sog der fortwährend sich entwickelnden Bewegung ein dynamisches, in den Zeitverlauf elastisch sich dehnendes harmonisches Feld. Der Umgang mit dem Klangapparat entspricht dieser flexiblen Konstellation: Die zweifach besetzten Holz- und Blechbläser werden bisweilen als Doppelstimmen gehandhabt, als würde eine Stimme aus zwei Instrumenten erklingen, manchmal wird aus dem Kammerorchester ein doppelchöriges großes Solistenensemble. Oder es wird wie eine Solistengruppe in einem Concerto grosso gehandhabt, dann wieder werden homogene Klanggruppen zu Ereignissen zusammengefasst. Die Kammerorchesterbesetzung ist eine Herausforderung, eine ganz eigene Klangwelt zu entwickeln, die ständig neuartige Ereignisse und Konstellationen gebiert. Mit dem Schwanken zwischen extremen Temperaturen lässt sich das fortgesetzte Permutieren des klanglichen Raums vergleichen, gefrierendes Erstarren oder gleißendes Brennen werden von den Instrumenten in den verschiedenen Registern und Spieltechniken evoziert. Eine Bewegung zwischen Aggregatzuständen mit unerwarteten Wendungen und ungewissem Ausgang.

Marie Luise Maintz
(aus [t]akte 1/2014)

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